Rhine on Skates - 135 km im Mittelrheintal
Das Wetter von Rhine on Skates errinnerte mich an den April Sonnenschein der mich dazu veranlagte die Skates vom Speicher zu holen, diese zu entstauben und eine wackelige 5 KM Tour zu machen nach der mir die Zunge auf den Boden hing. Nach den 135 KM auf Skates durch das Obere Mittelrheinteil belächele ich jenen Tag im April an dem mich wahrscheinlich das Skate Fieber packte. Den wie soll man sich sonst erklaeren das man auf einmal bei einer der größten und längsten Inline Touren Europas mit an den Start geht, viele sagen das sei krank, also doch Skate Fieber? ;-)
Der Start dieser Tagestour, welche bei ca. 20 km/h durch die imposante Landschaft des UNESCO-Weltkulturerbes führen sollte, befand sich in Rüdesheim, keine 800 Meter von unserem Campingplatz entfernt, und wo wir Freitag Abend schon unsere Zelte aufbauten, und diese nach einem leckeren Essen und ein Gläschen (oder ein paar) Wein bezogen.
Campingplatz Rüdesheim... noch 9 Std. bis Start ...
Noch 20 Minuten bis zum Start ...
Nach ca. 5 Stunden schlaf hörte man auch schon wie sich die ersten Inline Skates an die Füsse schnallten, ganz gemütlich wurde der Tag begonnen mit einer kleinen Stärkung beim "Bäckerbub" (unbedingt empfehlenswert falls mal jemand in Rüdesheim rumirrt) , und danach ging es direkt an den Start... Aufregung, steigender Adrenalinspiegel, Nervosität... und dann endlich wurde losgerollt... ca. 1200 Inline-Skater auf den Weg in Richtung Koblenz ... begleitet von der Polizei, Rettungsdiensten, ca. 100 Ordner, Besenbusse ... und das an einem Tag an dem wahrscheinlich das schönste Wetter des Jahres herrschte.
Die ersten 13 KM ... und die Fähre ...
Nach zügigen 13 KM gab es auch schon das erste Päuschen, der Rhein musste in Höhe Lorch per Fähre überquert werden nach Niederrheinbach, bei ca. 1200 Skatern bedarf das ein Weilchen, aber der Anblick... ein Bild das man nicht so schnell vergessen wird... voll der bunte Skater Haufen zusammengefercht auf einer Fähre... Skater mit Platzangst waren hier definitiv falsch aufgehoben ;-)
ca. 31 KM ... Pause bei St. Goar ...
Nach dem Übersetzen ging es dann auch schon weiter, noch 18 KM bis nach St. Goar, wo uns die erste Verpflegungspause erwartete, nach dem alle Skater mit Getränke und Bananen versorgt wurden, jeder nochmal für kleine Skater war ging es dann weiter , die zweite Etappe ging ca. 33 KM bis nach Koblenz zum Stadion Oberwerth. Meine anfaenglichen Ängste die vorgebene Geschwindigkeit von ca. 20 km/h zu halten schwanden dahin als ich gemütlich in einem Skaterzug dahin rollte und von den überholten hörte das diese mit ca. 27 km/h unterwegs waren, auch die Kondition machte mir noch keinerlei Sorgen, wäre auch schlimm gewesen wenn ich nach einen 1/4 der Strecke schon geschwächelt hätte... schönes Wetter, nette Skater, traumhafte Landschaften, ein verblüffendes Publikum entlang der Strecke... das gibt Mut, Kraft und Motivation...
St. Goar nach Koblenz .... 2te Etappe...
Mit einem lächeln und winkenden Händen fuhren wir dann in Koblenz ein, im Gedanke spulte sich bei mir die letzte Autofahrt von Rüdesheim nach Koblenz ab, kann es wirklich sein das es mir so vor kam das wir mit Skates viel schneller in Koblenz waren als man es sonst mit dem Auto war? Sehr unwahrscheinlich, aber die Zeit ist nur so zwisch vorbeigeflogen, mein Zeitgefühl war mangels Uhr total ausser Gefecht gesetzt, letzendlich waren wir ja auch nicht auf der Flucht, und alle wussten das die Party am Abend nicht ohne die Skater anfangen würde, also erstmal in Koblenz bei strahlenden Sonnenschein Mittagspause gemacht und mit Nudeln und Kuchen neue Kräfte gesammelt,zwar lagen diese Kräfte anfangs schwer im Magen, aber nach und nach füllten sich wieder die Energiespeicher ... ca. die Hälfte der Strecke liegt noch vor uns ...
Koblenz bis St. Goarshausen... ca. 38 KM
Die 3te Etappe begann mit einem Abstecher zum Deutschen Eck um Koblenz mal zu zeigen was für ein toller Haufen wir sind ;-) Kaum aus Koblenz raus durften wir eine Bergwertung vom feinsten meistern, da kam der eine oder die andere Skater(in) schonmal zum schnaufen, aber wo es hoch geht gehts anschliessend auch wieder runter... bei meiner Tempoangst Bergab bevorzuge ich aber doch lieber die Bergauf Qual ;-)
St. Goarshausen bis Rüdesheim ca. 33KM
In St. Goarshausen-Wellmich wurde bei einen herrlichen Anblick der Burg-Maus ein kleines Sammelpäuschen gemacht, ca. 33 KM trennten uns jetzt noch vor dem Ziel und der Abschlussparty in Rüdesheim... während dieser letzten Etappe sprach dann auch mein Körper zu mir und fragte mich ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte, ich fühlte mich nicht entkräftet, aber doch irgendwie etwas Müde, die Konzentration ließ zunehmend nach, der eine oder andere stolperer schleichte sich ein... ich griff nach meiner Trinkflasche um einen stärkenden Schluck für die finalen Kilometer zu mir zunehmen als mir diese plötzlich aus den Händen flutschte und von tausenden skatern überfahren wurde... ich hab gedacht ich guck nicht recht, ca. 18 KM noch bis zum Ziel, der Hals trocken, wie soll ich das schaffen? Tief durchgeatmetet und einfach weiter rollen lassen, in einer kurzen Sammelpause wurde mir dann mit Flüssigkeit ausgeholfen und beigebracht wie man aus einen Camel Bag trinkt , das will wirklich gelernt sein ;-)
nach 135 KM Ziel und Abschlussparty ...
Ab hier nur noch ein paar KM bis zum Zieleinlauf, Euphorie machte sich breit, auf gehts, jeder der Teilnehmer konnte heute Stolz auf sich sein und und seine erbrachte Leistung, nach Zieleinlauf in Rüdesheim wurde das auch erstmal mit einen Bierchen gefeiert, bevor dann die Party anfing zu richtig zu rocken. Nach ein paar Bierchen und dem grandiosen Feuerwerk welches die Nacht am Rhein noch zum leuchten brachte verließen mich dann doch so nach und nach meine Kräfte so das ich mich in die Kuschelecke meines Zeltes zurückzog und gemütlich einschlummerte.
Ende ?!
Vorbei? Nein noch lange nicht... der Sonntag fehlt doch noch... mit den ersten Sonnenstrahlen kam ich dann wieder aus dem Zelt gekrochen, es folgte ein BodyCheck, keine Blasen an den Füssen, kein Muskelkater, nur etwas verspannt war ich mit einem Honigmelonenkuchen grinsen im Gesicht und einem ersten Gedanken "i do it , yeah..." ... nach dem wir dann ganz gemütlich die Zelte abbauten und das Auto beladen hatten wurde dieses schöne Wochenende mit einen sehr leckeren Frühstück beim Bäckersbub in Rüdesheim abgeschlossen.
Fazit ...
Eine wirklich tolle Veranstaltung bei der keine Wünsche offen geblieben sind, und bei der ich hoffentlich nächstes jahr auch teilnehmen werde, es gab unterwegs auch einige Stürze, aber kaum jemand ließ sich davon abhalten diese Tour zu Ende zu fahren. Die Tapferkeitsmedaille gehört in jedem Fall der Anke welche sich trotz 2 Stürze nicht hat klein kriegen lassen, Respekt. :-)
Wir sehen uns bei RoS 2009 ...

















