May 12: Nordkapp(N) - Luleå (S)

Mitternachtsonne in Schweden (3:30 Uhr)
Nordkapp (N) - Lulea (S)

Heute sollte alles anders werden... Wir starteten gestern Abend am Nordkapp und nahmen uns vor bis Töre zu fahren, an der schwedischen Küste. Das uns schon bekannte Geräusch an der Hinterachse war stets unser Begleiter in der Nacht welche über einsamen Straßen in Finnland und Schweden führte, über 200 Kilometer begegnete uns kein Fahrzeug, aber viele Tiere, weiße Hasen hoppelten am Strassenrand hin und her, Rentiere gingen an den Waldrändern spazieren... Hoffentlich passiert jetzt nichts ... bis hier Hilfe kommt , das könnte Stunden dauern... zudem bog Werner auch noch falsch ab, so dass wir über 350 Kilometer getrennte Wege fuhren, Claudia und ich durch Schweden, Werner durch Finnland, in Töre wollten wir uns dann wieder treffen.

Erster Besuch in Finnland

Es lief auch soweit alles gut, die Straßen waren okay, nach dem wir auf den ersten 100 Kilometern von Regen übersät wurden, wurde das Wetter in der Nacht auch wieder besser, und wir konnten schön Kilometer ziehen. Schließlich wollten wir am Freitag spätestens wieder zu Hause sein. Irgendwie gefiel mir die Situation auf einmal nicht mehr, es kam mir so vor als würden wir nun auf der Rückreise in Hektik geraten, Stress, Angst nicht pünktlich zurück zu sein, wo ist das Urlaubsfeeling geblieben, die Ruhe, die Gelassenheit welche uns noch am Tag zuvor am Nordkapp beherrschte?.

Töre

Gegen 18 Uhr waren wir am Nordkapp losgefahren, am 11. Mai, die Nacht durch, und um ca. 5:00 Uhr waren wir bei Töre, und trafen dort den verloren gegangenen Werner wieder, wir entschlossen hier ein  bis zwei Stunden zu schlafen und dann weiter zu fahren. Die paar Stunden Schlaf taten richtig gut :-)

Nichts geht mehr ... Endstation Luleå

nichts geht mehr ....
auf der fahrt in die Werkstatt konnte ich English trainieren :-)
Ursache: Fahrwerk Feder gebrochen
Endstation: Luleå
Hier wird elTorito 2-3 Wochen auf den ADAC Sammel LKW warten
Unser gemütliches Hotelzimmer
Und unsere Aussicht auf die Bahnstation

Um 7:00 Uhr wurden wir wach und entschlossen weiter zu fahren, wir fuhren von der Tankstelle aus wo wir geparkt hatten auf die Schnellstraße (E10). Ich war noch nicht fertig mit hochschalten, 1. Gang, 2. Gang, 3. Gang,... dann auf einmal ein Schlag, irgendetwas ist kaputt gegangen, da rief auch schon Werner an der hinter mir fuhr und sagte "dein Wagen qualmt" , Auto ausrollen lassen , Gott sei befand sich genau dort eine Nothaltebucht, denn Seitenstreifen gab es dort wie auf so vielen Straßen im Norden nicht.

Und nun? Was ist das Problem? Hat uns das Geräusch was uns ständig begleitete eingeholt? Scheinbar nein, das kam ja von der Hinterachse, aber vorne blockierte das Rad, da ging nichts mehr, weder vor noch zurück. Hier blieb uns nichts weiter übrig als den ADAC anzurufen (ADAC Plus Mitgliedschaft sei Dank) , man versprach uns einen Abschlepper, würde ca. 1 bis 2 Stunden dauern. Also haben wir erst mal mit dem Gaskocher Kaffee gekocht um uns die Wartezeit zu vertreiben. Ich rätselte immer noch was kaputt gegangen sein könnte, ich schraubte die Unterbodenabdeckung ab, weil ich die Querlenker in Verdacht hatte, aber von unten war auch nichts zu sehen. Also weiter auf den Abschleppdienst gewartet.

Nach 2 weiteren "ungeduldigen" Anrufen beim ADAC kam dann auch endlich nach ca. 2 Stunden der Abschleppdienst, dauert hier oben halt ein bisschen länger wegen der Entfernungen... der nette Herr warf ein Auge auf elTorito und meinte dann prompt "die Feder ist gebrochen" , das wollte und konnte ich nicht glauben, schließlich war das Fahrwerk noch keine 3 Jahre alt. Aber nun ja, Glaube hin oder her, hier ging nichts mehr und der Wagen musste Hucke Pack zur einer Werkstatt gebracht werden. Die nächste Werkstatt war im ca. 50 Kilometer entfernten Luleå. Die Fahrt dorthin dauerte eine weitere gute Stunde.

Die Stunden am heutigen Tag würde sich den ganzen Tag über noch ziehen... I Luleå angekommen, wurde der Wagen in einer Mercedes Werkstatt abgeliefert, man begann auch prompt mit der Fehlersuche, welche auch ziemlich schnell gefunden wurde, wie der nette Herr vom Abschleppdienst schon vermutete, die vordere Feder war gebrochen und hatte sich in den Reifen gebohrt. Nichts geht mehr... Neue Feder einbauen und weiter geht's? Dumm nur das es sich hier um eine Spezialfeder für ein KW Gewindefahrwerk handelte, Ersatz könne man erst in ca. 10 Tagen beschaffen... *der hier gefolgte Gesichtsausdruck meinerseits war ohne Worte*

Rücksprache mit dem ADAC gehalten, der ADAC wolle versuchen eine Feder aus Deutschland so schnell wie möglich (3 bis 4 Tage würde es dauern herzubekommen. Die Wartezeit ob es gelingen könnte das Ersatzteil pünktlich herzuschaffen dauerte eine Ewigkeit, wir saßen den ganzen Tag total übermüdet in der Mercedes Niederlassung und warteten ständig auf Rückrufe vom ADAC wie denn der Stand der Dinge sei.  Wir mussten jedenfalls spätestens Freitag zurück sein, wir hörten die Arbeit schon (leider) rufen ... Und hier saßen wir gerade fest, wir konnten nichts machen, aber irgendwas müsste heute noch passieren. Claudia und ich schickten Werner weiter auf die Heimreise, hier würde er uns nun auch nicht mehr helfen können, egal was jetzt noch passieren sollte.

Um uns die Wartezeit zu verkürzen, suchten Claudi und ich uns eine Frittenstube um uns dort etwas zu stärken, danach bekamen wir einen Anruf, das das heute auf keinen Fall noch etwas wird, wir sollen uns ein schönes Hotel suchen um dort zu übernächtigen. Das taten wir dann auch, in der Mercedes NDL war man so freundlich und buchte uns ein Hotel und fuhr uns anschließend auch hin, Super Service. Im Hotel angelangt haben wir dann erst mal die Dusche belagert, das war eine kleine Befreiung, seit gestern 18 Uhr im Auto gehockt und heute bis ca. 18 Uhr in der Werkstatt gesessen.

Nach der Dusche legten wir uns hin, das Telefon klingelte, die Gelben Engel waren dran, mit der Ersatzteil Beschaffung würde ziemlich knapp wenn wir Freitag schon zu Hause sein müssen, man würde nun versuchen uns einen Rückflug zu organisieren. und das geschah dann auch, man bestätigte uns die Buchung für den nächsten Tag. elTorito würde hier bleiben bis der ADAC Sammel LKW vorbeikommen würde um diesen dann nach Deutschland zu schleppen. (Nach der Feder Reparatur in Deutschland war das bekannte Geräusch an der Hinterachse wieder da, 700 Kilometer weiter stand dann auch fest was dieses Geräusch verursachte, eins der hinteren Rad Lager, ich war so froh das uns das nicht auch noch Unterwegs gebrochen ist, kann man sich nicht vorstellen :-)  )

Nach diesen Super guten Nachrichten, schlenderten wir etwas durch Luleå, suchten uns ein nettes Lokal um zu Abendessen, um danach fix und fertig ins Bett zu fallen.

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