May 08: Henningsvær (N) - Tromsø (N)

Dies sollte kein guter Tag werden , es fing schon morgens damit an das das Wetter regnerisch war, teils nebelig, einfach unangenehm, die ganze wärme vom Vortag einfach weg... aber wir wollten ja heute weiter in Richtung Nordkapp, nach ein paar hundert Kilometer würde das Wetter bestimmt auch schon wieder besser aussehen. So kam es auch, je mehr wir uns Richtung Festland näherten desto kräftiger wurde die Sonne, dann kann ja jetzt nichts mehr schief gehen, oder doch?!

ein schöner Regenbogen, aber der Tag fing niesig an
nach Schnee war uns gerade auch nicht so
endlich die Verbidnung zum Festland
noch schnell Diesel und Küsse auftanken...
erstmal alles ausräumen
sonst kommen wir nach an das R-Rad
der andere hat es auch hinter sich

und dann passierte es... ein Schlag an der Hinterachse, Reifen geplatzt... Gut das ich ein Reservereifen im Wagen mit führe, auch wenn es in diesem Fall hätten lieber 2 sein sollen. Irgendwo auf den letzten tausend Kilometern haben wir das gesamte Reifenprofil blank gefahren, wir haben das zwischendurch doch noch kontrolliert? Wo ist es hin?!

Kriesensitzung in Bjerkvik

in Bjerkvik
keine fröhlichen Gesichter?
auf nach Tromsø

Beim Reifenwechseln habe ich mir dann auch noch die Hand eingeklemmt, ein Super Tag ... Freundlicherweise hielt auch der ein oder andere Autofahrer an und fragte ob man uns helfen könne, schon mal gut zu Wissen das man in dieser Gott verlassenen Gegend im Notfall auch Hilfe bekommen würde. Nach dem Reifenwechsel kontrollierten wir Werners Reifen, diese waren auch fertig, blank, Profil weggekratzt, das Gewebe kam schon zum Vorschein, einfach unglaublich...

Hier an Ort und Stelle könnten wir eh nichts ausrichten, wir fuhren also in den nächstgrößeren Ort: Bjerkvik. An einer Tankstelle erkundigten wir uns nach einer Werkstatt oder Reifenhandel, man nannte uns eine, sogar eine Mercedes Vertragswerkstatt, wir waren erstaunt, auch wenn nicht lange. In der Werkstatt war man sehr gelassen, man erklärte uns freundlich das unsere Reifengröße (245/45/18 und 255/45/18) nicht gängig sei, und diese bestellt werden müsste, würde ca 3 Tage dauern... *schockierte Gesichter*... die Werkstatt telefonierte noch rum mit Geschäftspartnern aus Narvik und Tromsø, da es aber schon ca. 15 Uhr nachmittags war, am Freitag, standen unsere Chancen schlecht, um 16 Uhr würden die meisten Geschäfte schließen, und auch samstags hätten die meisten geschlossen.

Wir notierten uns eine Adresse aus dem 200 Kilometer entfernten Tromsø, und fuhren erst mal in den Ort um einen Kaffee zu trinken und weiteres Vorgehen zu besprechen, denn eins war klar, mit diesen Reifen würden wir keine 200 Kilometer mehr schaffen...

Wir erkundigten uns was es kosten würde Reifen aus Deutschland per 24 Std Express Dienst schicken zu lassen, ca. 800 EUR, die Option fiel aus, dann riefen wir den ADAC an und fragten nach Rat, dieser verwies uns an den Norwegischen Pannendienst, welcher uns zurück rief und fragte was unser Problem sei. Man wolle sich erkundigen wo wir Reifen in unserer Größe her bekommen könnten, und rief uns später zurück, in Tromsø gäbe es einen Reifenhändler der zumindest die Größe 255/45/18 da hätte, Werners Reifengröße also, und elTorito hat mal wieder Pech...

Der Reifenhandel in Tromsø würde aber um 16 Uhr schließen und man habe nicht erfahren können ob die Samstags aufmachen, die andere Alternative wäre nach Narvik zu fahren, aber in Tromsø hätten wir wahrscheinlich bessere Chancen.

...auf nach Tromsø

Also machten wir uns auf nach Tromsø, ziemlich angespannt, wenn jetzt noch der andere Reifen platzen würde dann wäre die Reise wohl hier zu Ende, Abschlepper rufen, irgendwo 3 Tage auf Reifen warten,... man man man .... Dabei sind wir schon die ganzen Tage so vorsichtig gefahren, viel schneller als 80 bis mal 100 km/h konnte man hier eh nicht fahren, bei diesen kurvenreichen und Bodenwellen haltigen Straßen. Fakt ist: Wir brauchen Reifen, ohne neue Reifen geht es nicht weiter....

Mit ca. 60-70 km/h schleppten wir uns in Richtung Tromsø, welches auch nur ca. 50 Kilometer von der E6 abwich, es lag quasi auf unserer Route, vielleicht schaffen wir es ja doch noch zum Nordkapp? Dann, ca. 20 Km vor Tromsø, platzte Werner ein Reifen, und er hatte kein Reservereifen dabei... also Karre abstellen, an der denkbar ungeeignetsten Stelle die es im Verlauf auf dieser Straße gab, ohne Seitenstreifen, mit Graben... Das notwendigste wurde umgeladen und weiter ging es mit einem Auto nach Tromsø, wo wir als erstes eine Unterkunft suchen wollten. Diese fanden wir auch sehr fix. 

Tromsø

Werners Reifen...
was mag der Spaß nur kosten?
einer von elTorito's Reifen
Hells Angels Club neben dem Reifenhandel

Vor dem Essen wollte ich dann mit Werner noch in die Stadt fahren, schon mal gucken wo es einen reifenhandel oder Werkstatt gibt, damit wir am nächsten Morgen nicht lange suchen brauchen, keine 800 Meter vom Campingplatz entfernt fanden wir zufälligerweise den Reifenhandel der uns auch schon empfohlen wurde. Es war zwar geschlossen, aber wir sahen durch das Schaufenster noch jemand sitzen , als man auf unser klopfen nicht reagierte "schlichen" wir auf dem Betriebsgelände rum, dann kam jemand und fragte uns was wir da machen würden.

Ca. 21 Uhr war es schon. Wir erklärten unsere Notsituation und das dringende Bedürfnis nach Reifen, man hörte uns zu und wolle mal schauen ob etwas passendes auf Lager liegt. Und tatsächlich hatten Sie für Werner schon mal die passende Größe in 255/45/18. Aber Werners Auto war ja nicht da, wir fragten nach ob man uns einen Reservereifen leihen könne, um Werners Wagen zu holen, auch das war kein Problem, und wir fuhren los.

Gegen ca 22 Uhr waren wir mit Werners Wagen zurück, als Arbeitslohn wolle man 1000 NOK (ca. 116 EUR) Cash haben, als "Nachtzuschlag" , das fanden wir auch angemessen, im Grunde hatten wir auch gar keine andere Wahl. Während Werners Wagen auf der Bühne stand versuchte ich rauszufinden was für  Reifengrößen ich noch auf meiner 10,5J Felge fahren darf, die eigentlichen 245er hatten die Jungs nicht auf Lager, 255er würden nicht passen, zu breit für meine Karosse, aber 235er waren vorrätig und diese dürfen laut Gutachten auch auf die Felge. Für elTorito verlangte man auch nochmal 1000 NOK. Plus die Reifen (welche in etwa genauso teuer waren wie auch in Deutschland).

Um ca. 1000 EUR erleichtert, aber auch mit erleichterten Gewissen und frische neue Hinterreifen ging es dann um ca 0:00 zurück zum Campingplatz, in unserem fiktiven Zeitplan wollten wir Sonntags den Nordkapp erreichen,... "wir sind wieder im Rennen" ... ;-) noch 560 Kilometer bis zum "Ziel"...

... müde ...

Mit 1090 NOK (ca. 127 EUR) war diese wohl auch unsere bisher teuerste Übernachtung, erschöpft gingen wir dann gegen 2:00 Uhr ins Bett.

vor dem schlafen gehen
noch schnell die Hütte ablichten
müde Gesichter ... und Werner
schaffte es nicht ins Bett
Tag in der Nacht (1:10 Uhr)

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