Andalo - Torbole (41 km - 384 hm)

Mit deutlich entspannten Zahnschmerzen ging es zum Frühstück.    DOS PELA
Danach gab es noch ein Gespräch mit dem Hausherrn, bei dem sich heraus stellte dass dieser begeisterter Rennradfahrer und Fan ist, und für den italienischen TV Sender Rai Uno in einer  Kochsendung kocht, das Albergo Ciervo werden wir lange in  Erinnerung behalten :)

Mit der Gondel (7 EUR pro Person inkl. Bike, einfache Fahrt) ging es  hoch zum DOS PELA, dadurch haben wir ca. 800 Höhenmeter  Krafttraining gespart. Oben angekommen mussten wir erst wieder ein wenig hinunter fahren, dann kamen so nach und nach die Erinnerungen ans letzte Jahr. Zwar gab es hier nicht so viele Wege, aber ein falscher Abzweig kann ganz schnell Bonushöhenmeter bedeuten :) Tendenziell geht es durch das „Schummeln“ mit der Gondel heute nur noch bergab. Grob geschätzt bleiben uns noch ca. 500 Höhenmeter bis Torbole.

Auf dem Weg zur Malga Gaza Malga Gaza

Bereits nach 6 Kilometern erreichen wir die Malga Covelo auf 1800 Meter, der höchste Punkt unserer Alpenüberquerung. Bisher sind wir hier oben noch keiner Menschenseele begegnet, das würde sich auch bis Margone nicht mehr ändern. Hier oben rumzudümpeln ist ein ganz anderes Feeling, es ist nicht so erdrückend warm wie im Tal, die Aussicht ist schöner, wir sind unter uns, die Ruhe, die Luft ... ein Traum... und so sieht Claudia auch mal ihr erstes echtes Murmeltier, auch wenn nur aus einigen hundert Metern Entfernung.

Das sieht doch schon sehr gut aus ;-) Nicht mehr weit zum Passo St. Giovanni

Bei der Abfahrt von der Malga Covelo zeigte sich, das Claudia noch etwas Techniktraining braucht: Der grobe Schotter und die etwas steile Abfahrt war nicht so ihr Ding. Nach und nach und mit abnehmender Neigung lief es dann aber besser. Nachdem wir den Passo San Giovanni passierten erwartete uns eine kleine Schiebepassage, die hinauf zur Malga Gazza führte. Ich glaub Claudia schimpfte innerlich sehr mit mir ;-) Dabei stand uns das „Schlimmste“ ja noch bevor ... Vor der Abfahrt aber genießen wir erst einmal den Blick in die Ferne auf die Kette der Seen in Richtung Gardasee... Einfach nur schön... Da kann die Etsch einfach nicht mithalten :)

Passo St. Giovanni Noch kann Claudia lachen, also doch nicht so anstrengend?


Nun ist aber erst mal Schluss mit lustig, im Anschluss gilt es ca. 1400 Meter zu vernichten (bis zum Gardasee), nicht so ganz einfach. Ich kramte im Kopf nach dem Verlauf der Strecke in 2011, der Hinweis, dass man den ersten Abzweig nach Margone hinunter am besten ignoriert kam hervor. Okay, also erst mal die Betonpiste runter bis zum nächsten Abzweig, so wie im letzten Jahr. Für Technikgeübte ist der Pfad recht gut fahrbar, aber sicher nicht das Gelbe vom Ei für Claudia. Wir machen langsam und schieben den Trail runter, dieser führt uns direkt ins Zentrum von Margone. In Margone tanken wir unser Wasser auf und stürzen uns in den nächsten Trail, der ziemlich ruppig ist und auch für mich im letzten Jahr nur schwer zu fahren war. Also schieben wir vorsichtshalber hinunter, wir wollen ja nicht, dass auf den letzten Metern noch etwas passiert.

 Ins Sarche Tal müssen wir noch runter Safety first :)

Der Trail spuckt uns auf der Verbindungsstraße nach Ranzo aus. Der Hinweis, der Claudia viel Fluchen erspart hätte, dass man nämlich beide Trails auslassen, und auf der Straße nach Margone und von da weiter nach Ranzo fahren kann, kam leider erst daheim und somit zu spät. Deswegen auch an dieser Stelle noch einmal ein dickes Lob an Claudia für das Durchhaltevermögen :)

 Ranzo Margone

In der Mittagssonne erreichen wir Ranzo auf ca. 725 Metern. Dort beschließen wir, eine Trink und Kaffeepause zu machen und etwas Kräfte zu sammeln für die nächste steile Abfahrt zum Lago di Tobolino hinunter. Die Abfahrt ist zwar teils sehr steil, aber dennoch ziemlich gut fahrbar, auch Claudia hat hier null Probleme rasant dem Tal entgegen zu eifern. Am Lago Tobolino geht es dann ein Stück der Straße entlang bis nach Sarche. Ab Sarche trennen uns nur noch ca. 25 Kilometer auf der Pista Ciclabile Valle del Sarca. Diesen Radweg ab Sarche kenne ich schon aus dem ersten Jahr, wo wir über Stenico kamen, und auch vom letzten Jahr, wo es auch über den Monte Gazza ging, er ist mir quasi schon vertraut :) Quasi, weil es ab Dro auf einmal nicht mehr so vertraut aussah. Da müssen wir einen Abzweig verpasst haben, also zurück nach Dro, dort die Sarche überquert und dann weiter auf einem alten Karrenweg durch Olivenhaine, viel schöner als an der Straße entlang. Den Tipp gab's schon auf der ersten Transalp von Andreas Albrecht, wie konnte ich das nur vergessen...

Esel in Arco In Arco

Um halb drei trudeln wir in Arco ein. Jetzt, so kurz vorm Gardasee noch Mittagzuessen, lohnt nicht mehr, wir entdecken die Eisdiele „al Castello“ und gönnen uns dort einen Milchshake, und danach noch ein Eis,... auf die Frage, ob noch ein Nachschlag geht, beschlossen wir lieber die nächsten Tage noch einmal nach Arco zu radeln.

 

Erstmal ein Shake Und weils so lecker war noch ein Eis

Um kurz vor vier trudelten wir dann auf der Sarche Brücke in Torbole ein. Claudia freut sich, ich mich auch, das waren 7 sehr schöne Tage (von den Zahnschmerzen mal abgesehen). Wir hatten traumhaftes Wetter, eigentlich schade, dass es nun schon wieder zu Ende ist. Claudia meinte sogar, dass die 7 Tage nun doch gar nicht sooo schlimm waren. :-)

Unser Ziel: Die Sarche Brücke am Gardasee



Diese Alpencross ist also durchaus einsteigerfreundlich, wenn man denn die Trails nach Margone runter auf der Straße umfährt ;-) ... Am Strand Café (wurde scheinbar umgebaut seit letztem Jahr) gönnen wir uns noch eine kalte Cola, bevor wir unser Hotel, das New Garden auf der Via Matteotti aufsuchen. Mit dem 3ten Besuch ist diese Unterkunft auch schon fester Bestandteil meiner Transalps :)

 

Ende ? ...

Zu Ende ist der heutige Tag noch lange nicht: Nach einer Dusche und einem Nickerchen ziehen wir los um im Casa Beust etwas essen zu gehen. Meines Erachtens ist es das Restaurant mit der schönsten Aussicht direkt am See. Prompt bekommen wir einen Tisch in erster See Reihe :) Perfekte Bedingungen für mein Vorhaben ...

Wer glaubt, dass eine erfolgreiche Alpenüberquerung durch nichts mehr zu steigern ist, der irrt. Seit 7 Tagen nun warte ich schon auf einen passenden Moment, der sich aber nicht zeigen wollte. Entweder Wetter schlecht, oder Claudias Laune schlecht, spätestens mit den Zahnschmerzen war eh alles schlecht,... nun aber gab’s keine Ausreden mehr...

Also fasste ich mir ein Herz und fragte Claudia, ob sie mich heiraten möchte, und sie hat "Ja" gesagt :) Der Antrag ist einigen aufmerksamen Gästen nicht entgangen, war auch schwer zu übersehen ;-) So bekamen wir die Aktion als Beweis dann später per E-Mail zugesendet.

Claudias Verlobungsring Happy

Jetzt haben wir mehr als nur einen Grund zu feiern, und das lassen wir uns auch nicht nehmen, es geht weiter in die Wind’s Bar auf ein paar Cocktails, und weiter ins Moby Dick auf ein paar weitere Cocktails. Wir freuen uns auf die nächsten 3 Tage Urlaub und Entspannung, oder doch nicht? ...

So langsam gehn die Lampen an :-) Mein Herz... nicht das Rote ...


Höhenprofil Andalo - Monte Gazza - Torbole