München - Bernried (61 km - 364 hm)

Die Deutsche Bahn war nach der Erfahrung der letzten Jahre keine Option zum An- und Abreisen, mal ganz abgesehen von den Preisen, denn die „SuperfrühbucherSparangebote“ für 29 EUR, waren auch schon Monate vorher vergriffen. Rad- und Bahnfernreisen hat (bei mir) irgendwie noch nie reibungslos geklappt, andere Bahnfahrten auch nicht, aber Bahn ist ja eh so ein Thema für sich. Und so bestritten wir die Anreise mit unserem guten alten Polo , den wir in einer Woche wieder in München abholen würden.

Um 10:25 Uhr ging es dann in München bei bestem Wetter und Sonnenschein los. Viel gibt es über diesen ersten Tag nicht zu berichten :) Außer vielleicht, dass Colm mit seinen Schlappen ab und zu für Aufsehen sorgte, als er den Charriot den ein oder anderen Hügel hinaufzog oder den ein oder anderen Rennradfahrer überholte und dafür mehrmals ein „Respekt“ bekam, wohl verdient :)

 

Unser Transportmittel nach München... nein, nicht der schwarze C63, der andere ...
Märchenwetter in der Münchener Dornrösschenstraße

Aus München heraus ging es über die ehemalige Start- und Landebahn des Neubiberger Flugplatzes , das war schon irgendwie beeindruckend. Weiter ging es quer durch Unterhaching, um dann im Perlacher Forst ordentlich ins Grün einzutauchen. Vorbei ging es am Perlacher Mugl, einem Hügel der sich bis 587 Meter in den Himmel streckt ;) Leider haben wir erst nach der Rückkehr erfahren, dass man vom Perlacher Mugl aus bei schönem Wetter einen Blick bis zum Alpenhauptkamm erhaschen kann, das wäre doch mal eine Pause wert gewesen?

Erst 12 km auf dem Sattel und schon hatten wir zwei  Überbleibsel „Bauten „ aus dem zweiten Weltkrieg passiert. Und dabei würde es nicht bleiben; wie auch bei meinen letzten beiden Alpenüberquerungen würden wir noch viel mehr erfahren. Die Alpen stecken voller Kriegsgeschichten, die an vielen Orten ihre Spuren hinterlassen haben.

Nachdem wir uns durch den Perlacher Forst und den Forstenrieder Park „gekämpft“ hatten, ging es ein Stück die A95 entlang bis zum Dreieck Starnberg . Die Wege waren bis hier alle gut fahrbar, auch mit dem Charriot. Bei Wangen entschlossen wir uns dann eine Pause zu machen, nach 2,5 Stunden im Sattel kam das auch ganz gut. Schließlich hatten wir auch schon 35 km von unseren geplanten 61 absolviert, Halbzeit also.

 

Halbzeit in Wangen
In Starnberg

Von Wangen aus ging es weiter durch Wildmoos, und am Leutstettener Moos vorbei, und schwups waren wir schon in Starnberg :) Wo wir schon mal erste Blicke auf den Starnberger See werfen konnten. Dann ging es wieder ein wenig ab vom See, bei Possenhofen ging der Weg dann weiter, direkt am Ufer des Starnberger See entlang. Ich weiß nicht, wie oft ich mich da gefragt habe ob ich schon mal am Starnberger See gewesen bin, aber ich weiß es nicht mehr, jedenfalls ist es hier sehr schön.

Nicht so schön waren die dunklen Wolken, die sich zunehmend am Himmel zeigten und nichts Gutes ahnen ließen. Angesichts der düsteren Aussichten und der ersten Regentropfen traten wir noch ein wenig mehr in die Pedale. So bekamen wir leider auch nicht das Schloss Possenhofen zu Gesicht, so viel zu Sissi Pussy Genuss Biker Tour :) Wir sind einfach zu sportlich unterwegs ...

 

Starnberger See bei Possenhofen
Starnberger See bei Feldafing

Mit stark einsetzendem Regen erreichen wir um 15:00 Uhr das Hotel Seeblick in Bernried, und somit das Ziel unserer heutigen Etappe. So eine frühe Ankunft am Etappen Zielort war ich von den letzten Jahren nicht gewohnt, aber diese Alpenüberquerung sollte ja auch keine Bike & Bed Veranstaltung werden. Nach der Dusche klärte es wieder auf, so konnten wir einen Spaziergang zum Starnberger See machen, dort etwas im Wasser planschen, und uns ein bißchen im Ort umschauen. Binnen Minuten erfahren wir, das Bernried an Kunst und Kultur so Einiges zu bieten hat, vom Landschaftlichen mal ganz abgesehen. Auf Entdeckungsreise gingen wir aber nicht großartig, die ausgefallene Mittagspause zog uns zu den kulinarischen Ecken, dessen Angebot allerdings nicht so überragend war, daher entschlossen wir, in unserem Hotel, Seeblick zu Abend zu essen, was sich auch als eine sehr gute Wahl herausstellte.

 

Bernried hat so einiges zu bieten...
Schicke Autos ...
und schöne Frauen :)

Und so ging dann unser erster Tag mit 61 Kilometern und 363 Höhenmetern zu Ende. Eine sehr leichte Etappe war das, genau das Richtige zum Einradeln. Morgen erwartet uns eine Etappe mit ähnlichen Daten, die uns schon ziemlich an den Alpenrand heranbringt. Ich freue mich schon auf die Berge.

 

Höhenprofil München - Bernried