Tag 1 - Garmisch-Partenkirchen - Landeck (AT)

Nachdem es die Nacht fast durchgeregnet hatte waren wir ganz froh darüber, dass es am Morgen trocken war. Das empfinden war zwar kalt / nass; wir aber waren motiviert und beim Radeln würde uns schon warm werden. So ging es also los, in Richtung Österreich: Landeck sollte das Ziel unserer ersten Etappe werden. Kaum aus Garmisch raus fing es an zu regnen, was nun?, schon Regen Klamotten anziehen? Wir warteten kurz ab, und der Regen zog vorbei, Glück gehabt, Pech für den Unglücksraben, dessen Aufgabe es war, uns das Pech vom Leib zu halten und alles Unglückliche auf sich zu nehmen.

Die ersten Kilometer gingen über einen Radweg an der B23 entlang. Von Alpenfeeling hier noch keine Spur, das würde sich bald ändern. Den Grenzübergang von Deutschland nach Österreich bei Griesen hab ich voll verpennt, gar nicht wahrgenommen, und so waren wir auf einmal schon in Österreich. Dort sammelte ich bei Ehrwald auch schon meine ersten schönen Eindrücke, auf der Via Claudia, die uns zur alten Fernpaßstraße führen würde.

Anfang der Via Claudia
letzte Meter zum Fernpass hoch
am Fernpass, VIA Claudia
die ersten Alpinen Eindrücke :-)
am Fernsteinpass
Fernsteinpassseen

Das Wetter immer noch bewölkt, die Laune dagegen bestens. „Via Claudia Leicht“ stand auf der Karte im GPS. Der eine oder andere Anstieg war hier schon knackig, aber die Etappe soll maximal ca. 900 hm haben, keine 2 Mittwochsrunden mit TeamD ;-) Also weiter…  

Die Via Claudia Augusta war eine Römerstraße, die dem süddeutschen Raum mit Norditalien verband, später in Torbole würde sie wieder auftauchen als „Via Claudia Schwer“, also hätten wir Ihr nur diese folgen müssen? , vielleicht als Ziel für eine andere Bike Tour? Später dann erfahren das Via Claudia leicht und Schwer alternative Alpencross sind. 

Der Aufstieg zum alten Fernpass gefiel mir sehr gut. Gut fahrbare Schotterserpentinen zogen sich aufwärts. Den Fernpass werde ich schon das ein oder andere Mal mit dem Auto überquert haben, aber nicht diese alte Passstraße.  Und auch wenn der Pass nur 1210 m. ü. A. liegt, war hier schon deutlich eine Alpine Landschaft zu sehen. Hier gab es ausnahmsweise auch mehr MTB Verkehr. Viele Ostalpenüberquerer, denen wir später noch begegnen würden, waren schon am Wochenende gestartet. Daher waren wir wohl die meißte Zeit alleine unterwegs, was das Abenteuer Feeling noch intensiver machte.

Gasthof Seewald

Nach ca. 4,5 Std. 64 km und 800 hm beschlossen wir bei Strad Mittagspause zu machen. Direkt an der Strecke lag der Gasthof Seewald (www.gasthof-seewald.at), ein Dutzend MTB’s vor der Tür konnte nur heißen, dass hier Biker willkommen sind. Im Nachhinein  betrachtet hätten wir uns die doch etwas langgezogene Pause sparen können, denn ab Strad waren es keine 2 Std. mehr bis Landeck. Der Weg ab Strad ging überwiegend über gut asphaltierte Feld und Radwege, ab Brennbichl ging es zwischen der Inntal Autobahn und der Inn entlang, bis wir schließlich so gegen halb fünf in Landeck beim Hotel Mozart  eintrudelten.

Trotz der 4 Sterne sind Biker hier willkommen. Unser Zimmer mit Ausblick auf die Inn war sehr nett, sogar die Sonne zeigte sich ein bisschen durch die Wolkendecke am Himmel. Wir zahlten einen Biker Spezial Preis von ca. 58 EUR (inklusive 4 Gänge Abendmenü und Benutzung des Hausschwimmbads), und die aussage aus Albrechts Roadbook: "Hier herrscht Ordnung, aber Krawattenzwang besteht nicht" trifft den Nagel auf den Kopf. Für abends hatten wir eine leichte Microfaserhose mit abnehmbaren Hosenbeinen dabei. Dies hielt schön warm und war dezent anzusehen, für die kommenden „wärmeren“ Abende würden wir auch für die kürzere Version dankbar sein. Nach dem Essen gingen wir relativ fix ins Bett während es sich draußen auch schon wieder zuzog und stark zu regnen anfing.

Ausblick von unserem Zimmer
Hotel Mozart
für die daheimgebliebenen Dachdecker ;-)
Fahrradgarage Hotel Mozart